Freitag, 11. Juli 2014

WETV-Talkshow 5/2013-14 “Gewalt an Frauen”



Viele denken, Gewalt an Frauen wäre nur in Ländern wie Indien oder in islamisch geprägten Kulturen richtig schlimm, aber eine europäische Studie deckt eine andere Wirklichkeit auf: Frauen sind auch hier nicht sicher, weder auf der Straße noch an ihrem Arbeitsplatz und leider auch nicht in ihrem Zuhause. Darum gehen wir in unserer fünften Talkshow 2013/14 den Fragen nach, warum das so ist, was gegen Gewalt an Frauen getan wird und was wir tun können? 

Überkommene Rollenvorstellungen, Sex sells, Gewalt an Frauen werden von den Medien transportiert und obwohl Männer die Aggressoren sind, müssen die Frauen sich schützen und ihr Verhalten anpassen. Die Mädchenpsychologin Dorothea Zimmermann arbeitet seit Jahrzehnten bei der angesehenen Organisation Wildwasser e.V., dort wird Mädchen und Frauen durch Schutzunterkünfte, Beratung, psychologische Betreuung und Selbsthilfegruppen geholfen mit ihren Gewalterfahrungen zu leben. Ihrer Ansicht nach ist es eine alte Geschichte, dass nicht verlangt wird, Männer sollten ihr Verhalten reflektieren, an sich arbeiten, sich anpassen. "Wir müssen die Veränderungen selbst herbeiführen, denn die Männer werden es nicht für uns tun." Dorothea Zimmermann betreut als Psychologin Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, im Umgang mit dem Trauma. In unserem Gespräch geht es um ihre Erfahrungen und die Grenzen ihrer Arbeit. Konzeptionelle Sozialarbeit, sinnvolle Kampagnen, Bildung. Die Leiterin des Centre Talma, Bettina Lutze-Luis Fernandez und ihre Kollegin Marnie Mayer, sprechen über die präventive Methode "geschlechtsbewusste Sozialarbeit durch Tanz und Sport", die dort zum Einsatz kommt und wie das Projekt "respect girls" die Mädchen stärkt.

Wie immer waren wir auch wieder unterwegs um Hintergründe zu zeigen. Unsere Umfrage unter normalen Passanten belegt, dass Gewalterfahrungen unter Frauen weit verbreitet sind. Im Unterschied zur Skepsis und Befangenheit mit der die Passant/-innen sinnvolle Forderungen aussprechen, zeigt unser Interview mit zwei Tänzerinnen von Centre Talma, welche Stärke Mädchen durch die geschlechtsbewusste Sozialarbeit erlangen. "Was hat das Bild einer nackten Frau denn auf einer Brottüte zu suchen?" Julia und Saskia trainieren seit 11 und 12 Jahren in Projekten wie "respect girls" und kritisieren, dass viele Menschen zu bequem sind, um ihre Überzeugungen weiterzuentwickeln und an ihrem Bewusstsein zu arbeiten. Ihr Steckenpferd ist die frauenverachtende Sprache. Fortwährend stolpern sie über Nachlässigkeiten im allgemeinen Sprachgebrauch, die den Stellenwert von Frauen reduzieren und wünschen sich, dass alle Menschen in diesem Punkt zu größerer Sensibilität bereit wären. Da Hip-Hop unter Jugendlichen großen Einfluss hat, beschäftigen sie sich besonders damit sexistische Texte zu entlarven und wirken bewusstseinsbildend auf ihr soziales Umfeld ein. Im Centre Talma werden deshalb alle Liedtexte inhaltlich überprüft. Wichtig ist ihnen, dass sich immer mehr Menschen gegen Gewalt an Frauen stark machen, damit ihre Zukunftsvisionen "Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Belangen" Realität wird. "Tanz", sagt die Trainierin Marnie Mayer, "ist ein wundervolles Medium, mit dem Menschen ihre Gefühle gegenüber schwierigen Themen ohne Worte ausdrücken können". Darum sei er ein gutes Instrument, um die Gesellschaft zu verändern.

Fünf Tänzerinnen der "First Flames", aus dem Centre Talma, waren bei uns im Studio, um ihren Aufruf für "One Billion rising" zu tanzen. Damit sich gesamtgesellschaftlich was ändert, wurde mit "One Billion rising" eine internationale Tanzdemonstration gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen. Das Centre Talma hat es geschafft, für die Massenperformance das Brandenburger Tor sperren zu lassen, damit sich Berlin beteiligen kann. Nun trifft sich, wer sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen will, jährlich am Valentinstag, dem 14. Februar, am Brandenburger Tor, um dort gemeinsam mit anderen zu tanzen. Zur "One Billion rising" - Choreografie "Brake the chain" wird an diesem Tag weltweit in den verschiedensten Städten und an den unterschiedlichsten Orten getanzt. Alles online, check it out: One Billion rising.

Es moderieren: Moema Petri Romao und Josinta Mboya

Sendetermin: Sa. 14.06.2014 І 13.30 Uhr
Wo: ALEX-Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV sowie nach Erstausstrahlung auf Alex-Berlin youtube 



WETV-Talkshow 4/2013-14 "Asien in Berlin"



WETV-Talk Asien in Berlin. Es diskutieren Dr. Kien Nghi Ha (Politik- und Kulturwissenschaftler), Elena Marburg (Intergrationsbeauftragte von Marzahn-Hellersdorf). Moderation: Leonardo Lauer sowie Julie und Fahad (Projektteam Ich-kann-was-Initiative!)

Wann: Mo. 17.03.2014 І 16.30 Uhr und Sa. 22.03.2014 І 14:30 Uhr
Wo: ALEX Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV auf Alex-Berlin youtube 
 http://www.youtube.com/watch?v=shrLqtHUJz0&hd=1

"Asien in Berlin" bedeutet in erster Linie Vielfalt, "Vielfalt an Herkunftsländern, Sprachen, an unterschiedlichen Menschen,” meint Elena Marburg, die Integrationsbeauftragte von Berlin Marzahn-Hellersdorf. Somit bezeichnet man also Menschen als "asiatisch", die kulturell sehr unterschiedlich sind und deren Migrations- und Integrationserfahrungen sich stark voneinander unterscheiden. Ende der 80er Jahre kamen vietnamesische Menschen als ehemalige Vertragsarbeiter nach Ostdeutschland. Die sogenannten „boat-people“ (Flüchtlinge aus Vietnam) wurden bereits in den 70ern von Westdeutschland aufgenommen. Aber auch Angehörige wirtschaftlich starker Staaten wie China und Japan sind hier präsent. In unserer vierten WeTV-Sendung diskutieren wir über das gesellschaftliche Zugehörigkeitsgefühl von Menschen asiatischer Herkunft.

Unterstützt durch die "Ich-kann-was-Initiative!" befassten sich Schüler_innen der 9.ISS Gräfestraße mit der Projektentwicklung für "Asien in Berlin" und dokumentierten Ausschnitte des asiatischen Lebens in Berlin für WETV. Sie waren im Ethnologischen Museum, trafen sich mit Schüler_innen der Vietnam-AG im Barnim Gymnasium und besuchten diverse andere Orte asiatischer Kulturen in Berlin. Dabei fanden sie es interessant, so viele unterschiedliche Dinge kennen lernen zu können. Julie Grodon und Fahad Mohammad stellen ihre Interviews mit dem Leiter des Chinesischen Kulturzentrums, Händler/-innen auf dem Lichtenberger Großmarkt "Dong Xuan", einem Verkäufer des Mangaladens "Neo Tokyo" und einer Mangalehrerin vor.

In Berlin Mahrzahn-Hellersdorf sind ca. 160 verschiedene Kulturen präsent. Menschen, deren Familien aus Vietnam kommen, leben dort neben Menschen mit polnischer und russischer Herkunft. Die Ausübung von selbstständigen Tätigkeiten, hoher Einsatz für den Bildungserfolg und starker familiärer Einfluss auf die Berufswahl der Kinder in der Wirtschaftsbranche, hebt Frau Marburg als charakteristisch für die vietnamesische Kultur hervor. Es gehe nun auch darum, die Familien für soziale Berufe und Verwaltungstätigkeiten zu sensibilisieren. Für diesen Prozess möchte sie gezielt die Eltern gewinnen.

Dr. Kien Nghi Ha zeigt interessante gesellschaftliche Perspektiven auf, die sich aus dem postmigrantischen Leben ergeben. Indem "die Migration irgendwann zu einem Ende kommt, Menschen also ankommen und sich neue Heimaten aufbauen," entstehen neue Räume zwischen den Kulturen. Weil die Menschen keine eindeutige Zugehörigkeit haben, werden darin neue Kulturpraktiken produziert. In diesem Prozess entwickeln sich neue Selbstbezeichnungen wie zum Beispiel "asiatisch deutsch". Indem es das Asiatische und das Deutsche zusammendenkt, durchbricht dieses Konzept die Vorstellung von zwei Zugehörigkeiten, die grundsätzlich nicht zueinander passen und drückt dadurch eine neu Form von Identität, Kultur und Lebensform aus.

Eine sinnliche Erfahrung dazu, was eine solche kulturelle Besinnung bedeuten kann, vermittelt ein Mitschnitt aus einer Autor/-innenlesung, bei der Khuê Pham aus ihrem Text "das vietnamesische Ich" vorliest, (Q.:"Wir neuen Deutschen", Özlem Topcu, Alice Bota, Khuê Pham)

WETV-Talkshow 3/2013-14 “Rassismus, nein danke!”


Rassismus besteht nicht nur aus Vorurteilen, Rassismus hat auch eine deutsche Geschichte!” Mit dieser Aussage des Politologen Joshua Aikins setzt sich unsere dritte WeTV-Sendung 2013/14 auseinander und fragt nach den Ursachen und Auswirkungen von Rassismus heute."
Im Rahmen des Projekts “Rassismus, nein danke!” erforschten Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln auf dem Campus Rütli, warum es auch heute noch so schwer ist, über Rassismus zu sprechen. Mit Freund_innen, Bekannten und Verwandten führten sie Umfragen durch, die zeigten, dass grundsätzlich kaum Wissen zum Thema Rassismus existiert. Aufklärung über Rassismus, wie sie der Menschenrechtsexperte Yonas Endrias an der Freien Universität Berlin praktiziert, ist in den Medien, in der Bildung oder Politik immer noch zu selten Thema.
Dabei ist Rassismus kein abstraktes Problem, sondern im Alltag vieler Menschen bittere Wirklichkeit. Assad Schwarz-Msessilamba von der Bühne für Menschenrechte schilderte den Schüler_innen aus der Perspektive eines Asylsuchenden, was es bedeutet heute in Deutschland mit rassistischen Strukturen leben zu müssen und Diskriminierungen ausgesetzt zu sein. Rassismus wird nicht nur in Vorurteilen ausgedrückt, sondern hat seinen Ursprung in der kolonialen Geschichte Deutschlands und vieler europäischer Länder.
Als Ergebnis des Projekts “Rassismus, nein danke!” haben Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln gemeinsam mit WeTV eine Sendung produziert, die über Rassismus aufklärt und einen Beitrag für mehr Toleranz leistet. Gemeinsam mit den Talkshowgästen diskutieren sie über die wichtigsten Fragen: Woher kommt der Rassismus in Deutschland? Was hat Kolonialismus mit Rassismus zu tun? Wie wirkt sich dies auf unsere Gegenwart aus? Was fordern Betroffene?
Eine Talkshow mit: Joshua Aikins, Politologe und Mboro, Vertreter der Initiative Berlin Postkolonial e.V.
Moderiert von: Semsül Islam Basaran, Fatih Mamak, Qlirim Shala und Yasemin Yildirim, Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln
Gesendet bei: Alex Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnet: SK 8 Kabel Deutschland) und http://www.alex-berlin.de/TV Mo., 03.02.2014 um 16.30 Uhr und Sa., 08.02. um 13.15 Uhr sowie Alex Berlin youtube
Die Jugendfilmwerkstatt: "Rassismus, nein danke" ist in Zusammenarbeit von Katharina La Henges, Borislav Salatino und Ute Harzbecker an der Gemeinschaftsschule Neukölln auf dem Campus Rütli entstanden.
Produktion: Nijiski Arts Internacional e.V. Und WATCHus production, Das Projekt wurde gefördert von "Aktion Mensch", MABB, JFSB und Alex-Berlin.
http://www.youtube.com/watch?v=V1gGk0WdeMg&list=PLcf5mVpzHXZIlMjd87As0SijH23gjPXx-&hd=1



WETV-Talk 2/2013-14 "Ethnic Diversity"












In der zweiten WETV-Sendung hinterfragen wir den international verwendeten Begriff „Ethnic Diversity“.
Wir möchten herausfinden, ob er auch in Deutschland funktioniert, um kulturell diverse Gruppen in einer vielfältigen Gesellschaft damit zu bezeichnen. Oder birgt er vielleicht mehr Perspektiven, wenn man ihn als Konzept begreift?

WETV war in den Sommerferien in Irland und Italien unterwegs. Es zeigte sich, dass auch diese Länder – wie fast alle EU-­‐Länder derzeit – stark durch Zuwanderung beeinDlusst werden . In Interviews mit verschiedenen Menschen vor Ort haben wir über ihre Sicht auf die aktuelle gesellschaftliche Situation ihrer Länder gesprochen. So gewann der Begriff "Ethnic Diversity" für uns an
Bedeutung. 


Um zu hinterfragen wie ethnische Diversität, die durch Zuwanderung entsteht, die Gesellschaft verändert, haben wir den Bundestagsabgeordneten Herrn Ozcan Mutlu, Bündnis 90/Die Grünen; Chadi Bahout, Journalist, Vorstandsmitglied des Vereins "Neue Deutsche Medienmacher" sowie Chefredakteur des Onlinejournals "Polli – Magazin" und Timo Lochocki, Integrationsforscher und Doktorand der Humboldt-­‐Universität, eingeladen.


Wir diskutieren, welche Bedenken es in Deutschland gegen den Begriff "ethnische Vielfalt" gibt oder ob damit automatisch kulturelle Vielfalt gemeint ist. 


Für uns Jugendliche in Berlin ist ethnische Vielfalt Normalität. Aber dass nicht alle damit so glücklich sind wie wir, zeigt ein Beitrag mit Helen O'Burn, eine Journalistin aus Cork, die vermutet, dass es für Zuwanderer sehr schwierig sei, eine "sensitive connection", eine emotionale Verbindung zu dem Land aufzubauen. UOber unsere Gäste erfahren wir welche Rolle dieses Zugehörigkeitsgefühl bei der Arbeit von Politiker_innen, Wissenschatler_innen und Journalist_innen spielt. Sie erklären ebenfalls wie ihre persönliche Auseinandersetzung mit Identität in der kulturellen Vielfalt Deutschlands ihre Arbeit beeinflusst.


Kann man über "Ethnic Diversity" sprechen, ohne das Wohlstandsgefälle unserer Gesellschaft dabei kritisch in den Blick zu nehmen? Die Empfindung von Zugehörigkeit ist mit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit in der Gesellschaft verbunden. Am schlechtesten geht es wirtschaftlich und sozial gesehen immer und überall geflüchteten Menschen. Vieler Orts sorgen die Regierungen für ihr Überleben, aber stellen den Flüchtlingen gleichzeitig keine


Zukunft auf dem Arbeitsmarkt oder zur Teilhabe an der Gesellschaft in Aussicht dar. So führt die Diskussion über "Ethnic Diversity" wiederum zu der Frage, warum Europa immer wieder systematisch Menschenrechte verletzt, wie bspw. auf Lampedusa. Hierzu fragen wir, wann die europäischen Politiker_innen endlich Lösungen für alle Menschen bieten werden?


Wie können nun aber vielfältige Menschen ihre Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft formulieren? Hier sind wir auf einen für uns neuen Begriff gestoßen, den wir ungeheuer interessant finden und zum Abschluss mit unseren Gästen diskutieren: die "Neuen Deutschen"! Was ist neu an den Neuen Deutschen?


Warum ist so wichtig als neue Deutsche präsent zu sein? Wer kann sich davon angesprochen fühlen?
Moderation: Anna Melina und Bo Sa
You-Tube-Link: http://www.youtube.com/watch?v=ubmb76BFG6I 

Montag, 7. Oktober 2013

Ausstrahlung der ersten WeTV - Sendung 2013/14 „A Voz da India – die Stimme der Indianerin“


„A Voz da India – die Stimme der Indianerin“
Dokumentation in 3 x 30 min, 
ein Film von Ras Adauto, Katharina La Henges und WETV – Jugendliche für Toleranz

Im vergangen Jahr war 2012 WETV zur Dokumentation der Konferenz für Klima und Entwicklungen „Rio+20“ in Brasilien. Bei unserem Aufenthalt hatten wir auch Gelegenheit zu einem ergiebigen Interview mit der indigenen Autorin Eliane Potiguara, die sich seit über 30 Jahren für die Rechte der indigenen Männer, Frauen und Kinder Brasiliens engagiert und ein Netzwerk für indigene Schriftsteller/-innen betreibt. Richtungsweisend in Elianes Leben war auch, dass sie aufgrund der internationalen Auszeichnung ihrer ersten Veröffentlichung Einladungen im Rahmen internationaler Programme zur Bekämpfung von Rassismus erhielt, die ihr zahlreiche Auslandsaufenthalten ermöglichten.
Durch Elianes Erinnerungen an unterschiedliche Phasen ihres Lebens vermittelt unsere Dokumentation dem Zuschauer prägende Erfahrungen der indigenen Minderheit. Während Eliane über ihre Ängste, Wünsche und Träume spricht, wird der tiefe Schmerz deutlich, den sie aufgrund der Missachtung gegenüber den Rechten und des Potenzials der ursprünglichen Bevölkerung Brasiliens empfindet.
foto: Ras Adauto

In ihrer üppigen Erzählung reiht sich die Dokumentation von Protestaktionen im Rahmen der UN-Konferenz ein. Beinahe scheint es als hätte Eliane viele tragischen Situationen vorausgesehen, die angesprochen werden. Doch tatsächlich ist es so, dass die gleichberechtigte Entwicklung aller Völker Brasiliens heute kaum besser als vor 500 Jahren ist und der Widerstand deswegen notwendig ist. Unser Film zeigt Szenen eine Demonstration der indigenen Völker gegen die heiklen Finanzierungsstrategien der Bank für Entwicklung (BNDEs) während des Gegengipfels zur „Rio+20“ im Stadtzentrum von Rio. Wir begleiten eine Demonstration zum Flamengo-Strand, bei der die Forderung nach dem Schutz der Umwelt, des Lebens und den Respekt vor der kulturellen Vielfalt gefordert wurde. 
foto: Ras Adauto

Besonders dicht zeigen wir jedoch die Protestaktion der Initiative „Aldeia Maracana“ gegen die Gentrifizierung im Rahmen der Fifa Fussballweltmeisterschaft. Um sich für den Erhalt des ehemaligen Museums der indigenen Völker als indigeneswKulturzentrum in Rio einzusetzen, riefen sie im Juni 2012 zur „Umarmung des Fussballstadions Maracana“ auf. Denn das zerfallende Gebäude steht in direkter Nachbarschaft des Maracana-Stadions und war vom Abriss bedroht. Bilder der Reden von Aktivisten, dem gemeinsamen Gesang und einem Tanz um das legendäre Fussballstadion transportieren anschaulich, wie notwendig der Protest ist, wenn gesellschaftliche Systeme unmenschlich funktionieren, weil die Konzentration von Macht und Geld genutzt wird, um Reichtum zu mehren und dabei in Kauf genommen wird, dass die Rechte tausender Menschen mit Gewalt missachtet werden.
foto: Borislav Salatino

Im Juni/Juli 2013 kam es zwischenzeitlich zu einer günstigen Lösung für „Aldeia Maracana“. Das Kulturamt in Rio gab dem Druck der brasilienweiten sozialen Proteste nach, stellte das ehemalige Museum unter Denkmalschutz und übertrug den Aktivisten das Nutzungsrecht. Aber der Kampf geht nun wieder weiter, denn der Initiative wurde dieses Recht einstweilig wieder entzogen.
Die Dokumentation wird in 3 Teilen zu je 30 min. an folgenden Tagen ausgestrahlt:
Mo. 07.10., 18.11.13 І 16.30 Uhr und Sa. 12.10., 23.11 13 І 13:15 Uhr Teil 1         
Mo. 21.10., 02.12.13 І 16:30 Uhr und Sa. 26.10., 07.12.13 І 13:15 Uhr Teil 2
Mo. 04.11., 16.12.13 І 16:30 Uhr und Sa. 09.11., 21.12.13 І 13:15 Uhr Teil 3

Wo: ALEX Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV, alex-berlin youtube sowie www.alex-berlin.de/mediathek

Mehr Informationen über Eliane Potiguara siehe: www.wetv.info/news und ppaberlin.com

Em portugues:

foto: Ras Adauto

“A VOZ DA ÌNDIA – die Stimme der Indianerin”
Dokumentação em 3 partes á 30 min., 
um filme de Ras Adauto, Katharina La Henges e WETV-Jovens para tolerancia“ 

Durante a Cúpula dos Povos, no Rio+20, em junho do ano passado, fizemos uma longa entrevista com a líder indígena, escritora e professora Eliane Potiguara.
Eliane tem um histórico de lutas no Brasil pelos Direitos Indígenas no país. Na entrevista Eliane faz um apanhado de sua história de vida, suas angústias, seus sonhos, desejos de igualdade e reconhecimento de seu povo no Brasil.
Enquanto isso, na Cúpula dos Povos e na antiga Aldeia Maracana, os parentes se movimentavam em suas reivindicacoes. E Eliane vai falando e os acontecimentos vao surgindo como se ela estivesse vendo, prevendo e apontando as trágicas situaceoes que hoje, junho de 2013, estamos vivendo no Brasil. Como se fosse uma Voz profética e marcada pelos tons de vozes de seus antepassados e ancestrais nesses mais de 500 anos de sobrevivencia em uma nacao que nao quer que os povos originais sigma seus destinos em paz e em harmonia como sempre almejavam e almejam.
foto: Ras Adauto

Com a palavra da Índia!

Assistem a documentação de longa metragem em 3 partes no canal:
www.alex-berlin/tv as seguintes datas:
2a. 07.10., 18.11.13 as 16.30 horas e Sa. 12.10., 23.11 13 as 13:15 horas Parte 1    
2a. 21.10., 02.12.13 as 16:30 horas e Sa. 26.10., 07.12.13 as 13:15 horas Parte 2

2a. 04.11., 16.12.13 as 16:30 horas e Sa. 09.11., 21.12.13 as 13:15 horas Parte 3

Mais informacoes Eliane Potiguara siehe: www.wetv.info/news e ppaberlin.com

Donnerstag, 30. August 2012

WETV-Special - A terra é Nossa / Das Land gehört uns


WETV-Special - A terra é Nossa/Das Land gehört uns



Dokumentation über die Situation der indigenen Völker Brasiliens im Fokus des Erdgipfels Rio plus 20“

WE TV das ist ein Berliner Medienprojekt bei dem viele Jugendliiche ab 12 Jahren mitwirken können. Auch den Namen und das Logo WE TV- Wir TV: Wir sind alle, alle gehören zu uns, egal welcher Herkunft und welcher Hautfarbe“ haben Jugendliche selber entwickelt. WE TV - Jugendliche für Toleranz, ist eine Produktion des Vereins Nijinski Arts Internacional e.V., die in Zusammenarbeit mit ALEX TV Offener Kanal Berlin“ und der Jugendmedieninitiative „WATCH us production“ entstanden ist.

Unsere dritte Sendung 2012 ist ein Spezialbeitrag. Hierzu haben wir uns mit einem Thema befasst, das sich immer mehr zuspitzt: der Klimawandel und die davon ausgehende globale Bedrohung für das menschliche Leben.
In Rio de Janeiro haben wir eine Dokumentation über die Situation der indigenen brasilianischen Völker im Fokus der UN-Konferenz zum Thema Umwelt und Menschenrechte produziert. In unserer Sendung geht es um die Frage, welche Auswirkungen die Zerstörung der indigenen Lebenswelt hat. Das betrifft vor allem die Natur in den bedrohten Regenwäldern der Erde sowie den globalen Klimawandel und was das am Ende auch für jeden Einzelnen bedeutet.
Die Sendung läuft am 05. und 19.09. um 16:30 Uhr sowie am 08. und 22.09. um 14:30 Uhr auf ALEX TV Offener Kanal Berlin sowie (
www.alex-berlin.de/tv). Sowie am Klima-Aktionstag, Samstag, 22. September 2012, 14:30 Uhr auf demselben Kanal.
Ab 05. September ist das „WETV-Special - A terra é Nossa / Das Land gehört uns“ auch auf Alex-Berlin - youtube zu sehen.

Donnerstag, 24. November 2011

Schwarzes Bewusstsein


Am 20. November wird in Brasilien der Tag des Schwarzen Bewusstseins begangen. An diesem symbolischen Datum, welches schon lange gefeiert wird, aber erst seit 2003 ein offizieller Feiertag ist, gedenken die Menschen des langen Weges zur Freiheit, den die aus Afrika stammenden Gemeinschaften in Brasilien, in der Diaspora und auf der ganzen Welt beschreiten mussten, und noch immer beschreiten.

Das Datum ist der Todestag von Zumbi dos Palmares (1665-1695), schwarzer Anführer der seinerzeit größten Quilombo-Gemeinschaft des Landes, dem Quilombo dos Palmares im Bundesstaat Alagoas. Ein Quilombo ist eine Gemeinschaft von Afrikastämmigen, denen die Flucht von den Plantagen, aus den Gefängnissen und Sklavensiedlungen gelang, wo sie festgehalten wurden. Die Quilombos lagen zum Schutz der Gemeinschaft an schwer zugänglichen Orten, versteckt im Urwald. Viele von ihnen bestehen aufgrund ihrer geografischen Lage bis heute – die Palmares-Stiftung zählt heute in Brasilien etwa 1100 Quilombos. Der größte und wichtigste Quilombo der Kolonialzeit war der von Palmares, mit bis zu 30.000 Einwohnern, und wurde in dieser Zeit von Zumbi angeführt. Selbst im Quilombo dos Palmares geboren, wurde er von portugiesischen Missionaren entführt und aufgezogen. Im Alter von 15 Jahren entfloh er seinen Herren und kehrte zurück in seinen Quilombo. Schnell wurde aus ihm ein vielrespektierter Krieger. Als die Portugiesen dem Quilombo-Anführer Ganga Zumba im Tausch gegen die Unterwerfung der portugiesischen Krone den Frieden anboten, ging ein Riss durch die Quilombo-Führung. Auf der einen Seite stand Ganga Zumba, der die Abmachung akzeptierte, auf der anderen Zumbi, der sich Verhandlungen mit den Portugiesen verweigerte. Ganga Zumba wurde vergiftet und starb, und der zum Helden aufgestiegene Zumbi setzte den Kampf gegen die Kolonisatoren fort, bis er 1695 besiegt wurde. Man schlug ihm den Kopf ab, salzte ihn und stellte ihn in Recife öffentlich zur Schau, um auf exemplarische Weise zu zeigen, welch große Macht die Kolonisatoren besaßen und um die Gerüchte, denen zufolge Zumbi unsterblich und unbesiegbar gewesen sein sollte, zu zerstreuen.

Brasilianisches Quilombo.  Gemälde von Johann Moritz Rugendas.

Seit dieser Zeit ist der Name Zumbi dos Palmares zu einem Symbol des Schwarzen Widerstands, des Kampfes gegen die Sklaverei, und, heutzutage, des Kampfes gegen Rassismus und Diskriminierung  geworden. Während der Woche rund um den 20. November gibt es in Brasilien und auf der ganzen Welt verschiedenste Initiativen, um die Öffentlichkeit für die Rolle der Afrikastämmigen in der Gesellschaft bewusst zu machen, und auf die unterschiedlichen Schwierigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, aufmerksam zu machen.

Verglichen mit Brasilien, ist die Diskriminierung in Berlin nichts

Und wie wird in Berlin darüber nachgedacht? Werden Afrikastämmige diskriminiert? Laut Adauto de Souza Santos, besser bekannt als Ras Adauto, kann man in Berlin eine gewisse Diskriminierung spüren, die aber mit der beschämenden Lage in Brasilien nicht zu vergleichen ist. „Die Situation hier ist viel besser als die in Brasilien. Es gibt Diskriminierung – zum Beispiel in Form von Gewalttaten gegen Personen in Zügen, Bussen, oder Menschen die ihre Tasche festhalten, weil sie glauben, dass man als Schwarzer automatisch ein Dieb ist. Es gibt auch schwarze Frauen, die diskriminiert werden, sogar innerhalb der eigenen Familie. Aber alles in allem ist es viel ausgeglichener. Die Berliner Polizei lässt mich in Ruhe, anders als in Rio de Janeiro – dort wird man als normaler Fußgänger gleich verdächtigt“, sagt er. Adauto lebt seit elf Jahren in Berlin und arbeitet als Journalist für den Hamburger Radiosender Rádio Mamaterra und als Verantwortlicher für den Pressedienst des Vereins Nijinski Arts Internacional, e.V., die sich für die Integration von Auswandern und den Dialog zwischen den Kulturen einsetzt. 

Adauto de Souza Santos, aka Ras Adauto. Foto (c) Diamantino Feijó.
„Das Problem des Schwarzen Bewusstseins ist nicht nur unser Problem, der Afrikastämmigen. Es ist ein weltweites Problem und sollte auf internationaler Ebene behandelt werden. In Brasilien gibt es Organismen, die diesen Punkt an die UNO herantragen. Es geht nicht um etwas, was die Gesellschaft spaltet, im Gegenteil, es ist immer mehr etwas, was die ganze Welt vereint, in einem Prozess des Bewusstwerdens, dass soziale Güter allen Menschen gehören.“ 


Die Idee ist, die Beteiligung aller anzuregen. „Alle müssen dazu beitragen, mitmachen. Wir wollen nicht die Weißen, Schwarzen und Indios trennen, sondern die ganze Welt vereinen. Es ist eine Politik der Schaffung eines sozialen Raumes, die die ganze Welt miteinschließt. Wir wollen, dass unsere Kinder Zugang zu all den Einrichtungen haben, zu denen auch die Kinder anderer Zugang haben. In Brasilien genießt ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung soziale Vorrechte, was viel Unmut hervorruft. Unmut in den Medien, oder Angriffe auf afrikanische Religionen von Seiten der evangelischen Kirche… Es ist ein sehr komplexes Problem. Schwarzes Bewusstsein bedeutet, den Zugang der Afrikastämmigen zu den Sozialgütern, die allen gehören, zu erleichtern.“  

„In Brasilien gibt es dieses fiktive Bild, Rassendemokratie genannt, demzufolge die ganze Welt gleich ist. Aber wer dort lebt, merkt, dass dieser Mythos nicht existiert. Es gibt sehr viel Rassendiskriminierung in Brasilien. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie oft ich in Brasilien schon als Affe beschimpft wurde, seit ich klein war. Der Rassismus in Brasilien geht von Beschimpfungen als Affe bis hin zum Ausschluss der Afrikastämmigen aus der Teilhabe an der Gesellschaft. Die schwarze Bewegung in Brasilien ist gewachsen, ihr gegenüber steht jedoch noch immer ein starker Widerstand der brasilianischen Gesellschaft.“

Paradoxerweise existiert in Brasilien eine ganz eigene, auf afrikanischen Wurzeln beruhende Kultur, zu der auch die größten Exportschlager Brasiliens, die Musik und der Samba, gehören. „Es ist unmöglich, von brasilianischer Kultur zu sprechen, ohne gleichzeitig von der Existenz der schwarzen Gemeinschaft zu sprechen. Eine absurde Situation: Die Körper werden diskriminiert, aber die Aneignung der Kulturen nährt die ganze Gesellschaft.“

Adauto gehört dem Rat der brasilianischen Staatsbürger in Berlin an, welcher von der Botschaft koordiniert wird. „Wir wollen, dass die Frage des Rassismus Teil der Politik der brasilianischen Regierung in den Auslandsvertretungen wird. Nicht nur der Rassismus, den die Brasilianer zum Beispiel am Flughafen erleiden, sondern auch der Rassismus, den es in der brasilianischen Gemeinschaft selbst gibt. Manche Menschen sprechen zwar hier in Berlin mit mir, würden das aber in Brasilien nie tun. Der Rassismus ist präsent, auch unter den Auswanderern.“ Um die Probleme der brasilianischen Gemeinschaft in Berlin effektiv anzugehen, hat Adauto einen SOS-Rassismus-Service in Kreuzberg ins Leben gerufen, der Anzeigen entgegennimmt und die Diskussion über den Rassismus fördert, beispielsweise in Schulen, die von Kindern von Auswanderer und ethnischen Minderheiten besucht werden.

Schwarzes Bewusstsein durch Kenntnis der Geschichte Afrikas

Dieselbe Meinung teilt auch der Rapper Diamantino Feijó, der unter seinem Künstlernamen Mc Diamondog bekannt ist. In Angola geboren, wanderte er mit 19 Jahren nach Brasilien aus, wo er Journalismus und Politik an der Staatlichen Universität von Minas Gerais studierte. „Bevor ich in Brasilien lebte, hatte ich diesen Prozess, mich als Schwarzen zu bekennen, nie durchgemacht. Ich bin in Angola geboren, wo die Mehrheit der Bevölkerung schwarz ist und es niemand nötig hat, sich auf die Brust zu schlagen und sich geltend zu machen. Als ich 1999 wegen des Bürgerkriegs in Angola nach Brasilien kam, stieß ich auf Diskriminierung und Rassismus, die ich in dieser Form noch nie erlebt hatte, und ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen sollte. Das war ein echter Schock für mich.“ Sein Bewusstwerden war eine Reaktion auf die vorgefundene Realität. „Ich hatte keine Ahnung davon, dass es so viel Rassismus in Brasilien gab. Ich hatte diese Vorstellung von Brasilien als dem Bruderland, wie es in Angola gesehen wird. Aber in den zehn Jahren, die ich in Brasilien lebte, habe ich so einige qualvolle Situationen erlebt.“

Diamantino Feijó, aka Mc Diamondog. Foto (c) LMNZ.
Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, zog er gemeinsam mit seiner deutschen Frau nach Berlin. Er war zunächst auf Einladung des Vereins Weltfriedensdienst (WFD) gekommen, um Workshops im Rahmen des Projektes PeaceExchange in Polen und Deutschland zu geben. Er blieb schließlich in Berlin und machte seinen Master in Anthropologie an der Freien Universität Berlin. Hier, in Berlin, wurde er nie diskriminiert.


“Wenn man an Deutschland denkt, kommen einem als Erstes die nationalsozialistische Vergangenheit, die Rechtsextremen usw. in den Sinn. Ich bin ein wenig abergläubisch, daher möchte ich nicht darüber reden, was wohl in der Zukunft passiert, aber ich habe in Deutschland tatsächlich noch keine einzige Situation erlebt, in der ich diskriminiert wurde. Ich bin seit vier Jahren hier und kann mich persönlich bis jetzt über nichts beschweren.“ Und doch hat er gesehen, wie in der Stadt Araber und Türken diskriminiert werden.

Für Diamantino führt der Weg zur Debatte über das Schwarze Bewusstsein über das Lernen und die Kenntnis der Geschichte. 

“In Angola haben wir die Weltgeschichte in der Schule durchgenommen – Geschichte Europas, Brasiliens, die Chinesische Mauer etc. Als ich nach Brasilien kam, bemerkte ich dass die Geschichte Afrikas nirgendwo eine Rolle spielte. Ich musste die Oberstufe in Brasilien wiederholen und habe an einer renommierten Universität studiert [die Staatliche Universität von Minas Gerais wurde in einer kürzlich veröffentlichten Studie als eine der besten in ganz Südamerika bewertet], von daher weiß ich wovon ich rede. Und über Afrika gab es nicht ein Fünkchen, das wurde nicht im Geringsten behandelt. Und dabei ist Brasilien weltweit das Land mit den meisten Afrikastämmigen. Wie kann es sein, dass in einem Land mit so einem hohen Anteil an schwarzer Bevölkerung deren Ursprünge nicht studiert werden? Warum haben die Menschen kein Interesse daran?“
Diese Überraschung ist umso größer, wenn man bedenkt, wie eng die Beziehungen zwischen Angola und Brasilien sind. „Die beiden Länder haben sehr enge freundschaftliche Beziehungen. Brasilien war das erste Land, das die Unabhängigkeit Angolas anerkannte. Und die meisten der Sklaven, die nach Brasilien kamen, waren Angolaner.“

„Dieses fehlende Interesse an der Geschichte Afrikas – Mosambiks, Angolas, der Kapverden und der anderen PALOP-Staaten [Afrikanische Staaten mit Amtssprache Portugiesisch], wenn diese Geschichte nicht in den Unterricht einfließt, wie kann man die Geschichte dieses Volkes als wertvoll anerkennen? Wie wird man die Menschen je als normal betrachten, wenn ihnen nicht einmal eine Vergangenheit zugestanden wird? Alle Welt sagt, ich bin portugiesischstämmig, ich bin italienischstämmig... Ein schwarzer Brasilianer weiß nicht, woher er stammt, ob aus Guinea-Bissau oder Angola. Viele Archive wurden nach der Abschaffung der Sklaverei verbrannt, damit die Weißen keine Entschädigungen an die ehemaligen Sklaven zahlen mussten. Also wissen die Menschen nicht einmal, woher sie ursprünglich kommen. Es müsste mehr Wert auf die Lehre der afrikanischen Geschichte gelegt werden, auf der ganzen Welt, aber vor allem in Brasilien.“ 

In Berlin wurde der Tag des Schwarzen Bewusstseins u.a. mit einer Party im ACUD gefeiert, organisiert von dem brasilianischen Verein  M.A.C.U.M.B.A.


Text: Ines Thomas Almeida
Mit besonderem Dank an Johannes Reiss für die Übersetzung ins Deutsche.