Mittwoch, 24. Juni 2015

Thema Willkommenskultur in Brandenburg und Berlin

Wie werden Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen?

Ergebnis des Produktionsworkshops von Youth Community Media BB - WETV FM NET, durchgeführt am 21.05.2015 bei Alex-Berlin/TV
Veröffentlicht am 07.05.2015

Kriege, Katastrophen, Armut. Täglich nimmt die Zahl international flüchtender Menschen zu. Auch Deutschland nimmt Flüchtende auf. Aber wie steht es um unsere Willkommenskultur? Unter diesem Hauptthema haben sich Jugendliche aus einer Willkommensklasse der DaVinci -Gesamtschule in Potsdam, Flüchtlinge und Multiplikator/-innen aus Brandenburg und Berlin gemeinsam an einem Workshop zur Vermittlung des produktionstechnischen Ablaufs einer Fernsehproduktion beteiligt.

Kriege, Katastrophen, Armut. Täglich nimmt die Zahl international flüchtender Menschen zu. Auch Deutschland nimmt Flüchtende auf. Aber wie steht es um unsere Willkommenskultur? Unter diesem Hauptthema haben sich Jugendliche aus einer Willkommensklasse der DaVinci -Gesamtschule in Potsdam, Flüchtlinge und Multiplikator/-innen aus Brandenburg und Berlin gemeinsam an einem Workshop zur Vermittlung des produktionstechnischen Ablaufs einer Fernsehproduktion beteiligt.



Als Gäste der Talksituationen haben mitgewirkt: Isabelle Vandré (die Linke Brandenburg), Erich Benesch (Mobi-Klick/WEFM/Freies Radio Potsdam) Thomas Mboya Ochieng (Ansprechpartner für Flüchtlinge in Brandenburg/WENET) Koko Affo Tenin (Bildung für Balanka), Katharina La Henges (Nijinski Arts Inernacional e.v./WETV) Birgit Gennrich (Projekthaus Potsdam). Moderiert haben: Omid Karimi, Sabroop Singh, Thomas Mboya Ochieng, Sophie Langner









Mittwoch, 18. März 2015

WETV FM NET

WETV FM NET - Youth Communitymedia Brandenburg-Berlin" präsentiert: Talkshow über Deutschlands Kolonialismus bei Alex-Berlin/TV und auf youtube



Deutschlands lange Kolonialgeschichte wird von vielen Deutschen ignoriert. Schon der Brandenburger Kurfürst Friedrich Wilhelm war in Westafrika als Sklavenhändler im Dreieckshandels unterwegs. Kanzler Bismarck dirigierte die folgenreiche Aufteilung Afrikas (26.2.1885) auf der Berliner Kongo-Konferenz. Preussisch-Deutsche Kolonialgeneräle wurden zu Kriegsverbrechern, dienten als Ab-Schlacht-Experten im 1. Weltkrieg, wurden zu NS-Propagandahelden für Hitler's Eroberung von „Lebensraum“ im Osten. Die Folgen sind uns bekannt, weil jene Politik der verbrannten Erde direkt bis nach Berlin zurück kam. Doch die koloniale Amnesie beim Exportweltmeister bleibt eine der Wurzeln von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der aktuellen Debatte um Flucht und Zuwanderung. Wie kann das Verdrängte aufgearbeitet werden? Damit beschäftigt sich die „Kolonialismus“ Jugendsendung von WeTV im Alex-Berlin.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in Berlin und Brandenburg nichts über die vielfältigen Bezüge zur regionalen Geschichte des Kolonialismus wissen. Warum ist Kolonialismus in Deutschland kein Thema? Seit September 2014 beschäftigen wir uns mit Bildungsangeboten zur Kolonialgeschichte Deutschlands in Afrika und ziehen Schlüsse aus dem allgemeinen Umgang damit: z.B. Es hängt mit Unwissenheit zusammen, wenn Beziehungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu Konflikten führen, denn schiefes historisches Bewusstsein hat fatale Folgen!

Kamera: Marc Odoyo

In unserer Vorbereitung haben wir an Tagungen und Projekten teilgenommen und Vorträge verfolgt. Dabei haben wir historische Fakten erfahren, die wir nicht wussten und beobachtet, wie vielen Menschen in allen Generationen es genauso ergeht. Bei so viel unaufgearbeiteter Geschichte fragen wir also, was bei uns los ist? Warum wird das Thema noch so niedrig gehalten? Wäre es nicht besser, wenn wir über unseren Kolonialismus in Schule und Öffentlichkeit besser Bescheid wüssten?

Nomen est Omen. Um gemeinsam mit Postkolonialismus Initiativen (zur bewussten Umbenennung Berliner Strassen) und einschlägigen Organisationen die öffentliche Debatte über Deutschlands Beteiligung am Kolonialismus anzuregen, war WETV für euch in Brandenburg und Berlin unterwegs und hat Veranstaltungen zur Kolonial-Bewusstseins-Bildung dokumentiert. Wie immer zeigen wir Ausschnitte daraus im Verlauf der beiden Talk-Sendungen.

Die Sendung wurde moderiert von: Jocinta Mboya Ochieng und Sophie Langener.


Als Experten wirkten mit: Moctar Kamara (Zentralrat der afrikanischen-Gemeinde in Deutschland e.V.), Fabio Reinhardt (Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus), Lucía Muriel (moveGLOBAL – Diaspora Beratung für migrantische Organisationen), Dr. Ender Cetin (Vorstand der muslimischen Gemeinde in der Sehitlik Moschee).

 

Zugleich startet die Youth Community Media Zusammenarbeit zwischen WeTV Berlin mit Potsdamer Kollegen beim Freien Radio und Flüchtlingen als Filmemachern und interkulturellen Experten, sowie weiteren brandenburgischen Partnern. Unter dem neuen Label WETV FM NET geht es darum medienübergreifend und solidarisch ein regionales - Projekt aufzubauen für jugendlichen Bürgerjournalismus. Jugendliche und Flüchtlinge erlernen dabei praktisch wie TV und Radio-Sendungen gemacht werden und produzieren Medien fürs Internet im Blick auf interkulturelle Zielgruppen. Die Sendungen sind weiterhin bei Alex-Berlin TV zu sehen, nun auch beim Freien Radio in Potsdam auf UKW 90,7 und in Berlin auf 88,4 zu hören, sowie demnächst auf WE NET und Youtube zu beobachten.

Kamera: Elizabeth Owuor; Thomas Mboya


  Weitere Infos gibt es unter www.wetv.info

Ausstrahlung der Talkshow über "Deutschlands Beteiligung am Kolonialismus" bei Alex-Berlin/TV Teil 1: 21.03.2015  14:30 Uhr und Teil 2: 28.03.2015  14:30 Uhr

Kontakt: Katharina La Henges "mailto:Nijinski.Arts@gmx.de"Nijinski.Arts@gmx.de
 (0162-9491029)


Freitag, 11. Juli 2014

WETV-Talkshow 5/2013-14 “Gewalt an Frauen”



Viele denken, Gewalt an Frauen wäre nur in Ländern wie Indien oder in islamisch geprägten Kulturen richtig schlimm, aber eine europäische Studie deckt eine andere Wirklichkeit auf: Frauen sind auch hier nicht sicher, weder auf der Straße noch an ihrem Arbeitsplatz und leider auch nicht in ihrem Zuhause. Darum gehen wir in unserer fünften Talkshow 2013/14 den Fragen nach, warum das so ist, was gegen Gewalt an Frauen getan wird und was wir tun können? 

Überkommene Rollenvorstellungen, Sex sells, Gewalt an Frauen werden von den Medien transportiert und obwohl Männer die Aggressoren sind, müssen die Frauen sich schützen und ihr Verhalten anpassen. Die Mädchenpsychologin Dorothea Zimmermann arbeitet seit Jahrzehnten bei der angesehenen Organisation Wildwasser e.V., dort wird Mädchen und Frauen durch Schutzunterkünfte, Beratung, psychologische Betreuung und Selbsthilfegruppen geholfen mit ihren Gewalterfahrungen zu leben. Ihrer Ansicht nach ist es eine alte Geschichte, dass nicht verlangt wird, Männer sollten ihr Verhalten reflektieren, an sich arbeiten, sich anpassen. "Wir müssen die Veränderungen selbst herbeiführen, denn die Männer werden es nicht für uns tun." Dorothea Zimmermann betreut als Psychologin Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, im Umgang mit dem Trauma. In unserem Gespräch geht es um ihre Erfahrungen und die Grenzen ihrer Arbeit. Konzeptionelle Sozialarbeit, sinnvolle Kampagnen, Bildung. Die Leiterin des Centre Talma, Bettina Lutze-Luis Fernandez und ihre Kollegin Marnie Mayer, sprechen über die präventive Methode "geschlechtsbewusste Sozialarbeit durch Tanz und Sport", die dort zum Einsatz kommt und wie das Projekt "respect girls" die Mädchen stärkt.

Wie immer waren wir auch wieder unterwegs um Hintergründe zu zeigen. Unsere Umfrage unter normalen Passanten belegt, dass Gewalterfahrungen unter Frauen weit verbreitet sind. Im Unterschied zur Skepsis und Befangenheit mit der die Passant/-innen sinnvolle Forderungen aussprechen, zeigt unser Interview mit zwei Tänzerinnen von Centre Talma, welche Stärke Mädchen durch die geschlechtsbewusste Sozialarbeit erlangen. "Was hat das Bild einer nackten Frau denn auf einer Brottüte zu suchen?" Julia und Saskia trainieren seit 11 und 12 Jahren in Projekten wie "respect girls" und kritisieren, dass viele Menschen zu bequem sind, um ihre Überzeugungen weiterzuentwickeln und an ihrem Bewusstsein zu arbeiten. Ihr Steckenpferd ist die frauenverachtende Sprache. Fortwährend stolpern sie über Nachlässigkeiten im allgemeinen Sprachgebrauch, die den Stellenwert von Frauen reduzieren und wünschen sich, dass alle Menschen in diesem Punkt zu größerer Sensibilität bereit wären. Da Hip-Hop unter Jugendlichen großen Einfluss hat, beschäftigen sie sich besonders damit sexistische Texte zu entlarven und wirken bewusstseinsbildend auf ihr soziales Umfeld ein. Im Centre Talma werden deshalb alle Liedtexte inhaltlich überprüft. Wichtig ist ihnen, dass sich immer mehr Menschen gegen Gewalt an Frauen stark machen, damit ihre Zukunftsvisionen "Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Belangen" Realität wird. "Tanz", sagt die Trainierin Marnie Mayer, "ist ein wundervolles Medium, mit dem Menschen ihre Gefühle gegenüber schwierigen Themen ohne Worte ausdrücken können". Darum sei er ein gutes Instrument, um die Gesellschaft zu verändern.

Fünf Tänzerinnen der "First Flames", aus dem Centre Talma, waren bei uns im Studio, um ihren Aufruf für "One Billion rising" zu tanzen. Damit sich gesamtgesellschaftlich was ändert, wurde mit "One Billion rising" eine internationale Tanzdemonstration gegen Gewalt an Frauen ins Leben gerufen. Das Centre Talma hat es geschafft, für die Massenperformance das Brandenburger Tor sperren zu lassen, damit sich Berlin beteiligen kann. Nun trifft sich, wer sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen will, jährlich am Valentinstag, dem 14. Februar, am Brandenburger Tor, um dort gemeinsam mit anderen zu tanzen. Zur "One Billion rising" - Choreografie "Brake the chain" wird an diesem Tag weltweit in den verschiedensten Städten und an den unterschiedlichsten Orten getanzt. Alles online, check it out: One Billion rising.

Es moderieren: Moema Petri Romao und Josinta Mboya

Sendetermin: Sa. 14.06.2014 І 13.30 Uhr
Wo: ALEX-Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV sowie nach Erstausstrahlung auf Alex-Berlin youtube 



WETV-Talkshow 4/2013-14 "Asien in Berlin"



WETV-Talk Asien in Berlin. Es diskutieren Dr. Kien Nghi Ha (Politik- und Kulturwissenschaftler), Elena Marburg (Intergrationsbeauftragte von Marzahn-Hellersdorf). Moderation: Leonardo Lauer sowie Julie und Fahad (Projektteam Ich-kann-was-Initiative!)

Wann: Mo. 17.03.2014 І 16.30 Uhr und Sa. 22.03.2014 І 14:30 Uhr
Wo: ALEX Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV auf Alex-Berlin youtube 
 http://www.youtube.com/watch?v=shrLqtHUJz0&hd=1

"Asien in Berlin" bedeutet in erster Linie Vielfalt, "Vielfalt an Herkunftsländern, Sprachen, an unterschiedlichen Menschen,” meint Elena Marburg, die Integrationsbeauftragte von Berlin Marzahn-Hellersdorf. Somit bezeichnet man also Menschen als "asiatisch", die kulturell sehr unterschiedlich sind und deren Migrations- und Integrationserfahrungen sich stark voneinander unterscheiden. Ende der 80er Jahre kamen vietnamesische Menschen als ehemalige Vertragsarbeiter nach Ostdeutschland. Die sogenannten „boat-people“ (Flüchtlinge aus Vietnam) wurden bereits in den 70ern von Westdeutschland aufgenommen. Aber auch Angehörige wirtschaftlich starker Staaten wie China und Japan sind hier präsent. In unserer vierten WeTV-Sendung diskutieren wir über das gesellschaftliche Zugehörigkeitsgefühl von Menschen asiatischer Herkunft.

Unterstützt durch die "Ich-kann-was-Initiative!" befassten sich Schüler_innen der 9.ISS Gräfestraße mit der Projektentwicklung für "Asien in Berlin" und dokumentierten Ausschnitte des asiatischen Lebens in Berlin für WETV. Sie waren im Ethnologischen Museum, trafen sich mit Schüler_innen der Vietnam-AG im Barnim Gymnasium und besuchten diverse andere Orte asiatischer Kulturen in Berlin. Dabei fanden sie es interessant, so viele unterschiedliche Dinge kennen lernen zu können. Julie Grodon und Fahad Mohammad stellen ihre Interviews mit dem Leiter des Chinesischen Kulturzentrums, Händler/-innen auf dem Lichtenberger Großmarkt "Dong Xuan", einem Verkäufer des Mangaladens "Neo Tokyo" und einer Mangalehrerin vor.

In Berlin Mahrzahn-Hellersdorf sind ca. 160 verschiedene Kulturen präsent. Menschen, deren Familien aus Vietnam kommen, leben dort neben Menschen mit polnischer und russischer Herkunft. Die Ausübung von selbstständigen Tätigkeiten, hoher Einsatz für den Bildungserfolg und starker familiärer Einfluss auf die Berufswahl der Kinder in der Wirtschaftsbranche, hebt Frau Marburg als charakteristisch für die vietnamesische Kultur hervor. Es gehe nun auch darum, die Familien für soziale Berufe und Verwaltungstätigkeiten zu sensibilisieren. Für diesen Prozess möchte sie gezielt die Eltern gewinnen.

Dr. Kien Nghi Ha zeigt interessante gesellschaftliche Perspektiven auf, die sich aus dem postmigrantischen Leben ergeben. Indem "die Migration irgendwann zu einem Ende kommt, Menschen also ankommen und sich neue Heimaten aufbauen," entstehen neue Räume zwischen den Kulturen. Weil die Menschen keine eindeutige Zugehörigkeit haben, werden darin neue Kulturpraktiken produziert. In diesem Prozess entwickeln sich neue Selbstbezeichnungen wie zum Beispiel "asiatisch deutsch". Indem es das Asiatische und das Deutsche zusammendenkt, durchbricht dieses Konzept die Vorstellung von zwei Zugehörigkeiten, die grundsätzlich nicht zueinander passen und drückt dadurch eine neu Form von Identität, Kultur und Lebensform aus.

Eine sinnliche Erfahrung dazu, was eine solche kulturelle Besinnung bedeuten kann, vermittelt ein Mitschnitt aus einer Autor/-innenlesung, bei der Khuê Pham aus ihrem Text "das vietnamesische Ich" vorliest, (Q.:"Wir neuen Deutschen", Özlem Topcu, Alice Bota, Khuê Pham)

WETV-Talkshow 3/2013-14 “Rassismus, nein danke!”


Rassismus besteht nicht nur aus Vorurteilen, Rassismus hat auch eine deutsche Geschichte!” Mit dieser Aussage des Politologen Joshua Aikins setzt sich unsere dritte WeTV-Sendung 2013/14 auseinander und fragt nach den Ursachen und Auswirkungen von Rassismus heute."
Im Rahmen des Projekts “Rassismus, nein danke!” erforschten Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln auf dem Campus Rütli, warum es auch heute noch so schwer ist, über Rassismus zu sprechen. Mit Freund_innen, Bekannten und Verwandten führten sie Umfragen durch, die zeigten, dass grundsätzlich kaum Wissen zum Thema Rassismus existiert. Aufklärung über Rassismus, wie sie der Menschenrechtsexperte Yonas Endrias an der Freien Universität Berlin praktiziert, ist in den Medien, in der Bildung oder Politik immer noch zu selten Thema.
Dabei ist Rassismus kein abstraktes Problem, sondern im Alltag vieler Menschen bittere Wirklichkeit. Assad Schwarz-Msessilamba von der Bühne für Menschenrechte schilderte den Schüler_innen aus der Perspektive eines Asylsuchenden, was es bedeutet heute in Deutschland mit rassistischen Strukturen leben zu müssen und Diskriminierungen ausgesetzt zu sein. Rassismus wird nicht nur in Vorurteilen ausgedrückt, sondern hat seinen Ursprung in der kolonialen Geschichte Deutschlands und vieler europäischer Länder.
Als Ergebnis des Projekts “Rassismus, nein danke!” haben Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln gemeinsam mit WeTV eine Sendung produziert, die über Rassismus aufklärt und einen Beitrag für mehr Toleranz leistet. Gemeinsam mit den Talkshowgästen diskutieren sie über die wichtigsten Fragen: Woher kommt der Rassismus in Deutschland? Was hat Kolonialismus mit Rassismus zu tun? Wie wirkt sich dies auf unsere Gegenwart aus? Was fordern Betroffene?
Eine Talkshow mit: Joshua Aikins, Politologe und Mboro, Vertreter der Initiative Berlin Postkolonial e.V.
Moderiert von: Semsül Islam Basaran, Fatih Mamak, Qlirim Shala und Yasemin Yildirim, Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Neukölln
Gesendet bei: Alex Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnet: SK 8 Kabel Deutschland) und http://www.alex-berlin.de/TV Mo., 03.02.2014 um 16.30 Uhr und Sa., 08.02. um 13.15 Uhr sowie Alex Berlin youtube
Die Jugendfilmwerkstatt: "Rassismus, nein danke" ist in Zusammenarbeit von Katharina La Henges, Borislav Salatino und Ute Harzbecker an der Gemeinschaftsschule Neukölln auf dem Campus Rütli entstanden.
Produktion: Nijiski Arts Internacional e.V. Und WATCHus production, Das Projekt wurde gefördert von "Aktion Mensch", MABB, JFSB und Alex-Berlin.
http://www.youtube.com/watch?v=V1gGk0WdeMg&list=PLcf5mVpzHXZIlMjd87As0SijH23gjPXx-&hd=1



WETV-Talk 2/2013-14 "Ethnic Diversity"












In der zweiten WETV-Sendung hinterfragen wir den international verwendeten Begriff „Ethnic Diversity“.
Wir möchten herausfinden, ob er auch in Deutschland funktioniert, um kulturell diverse Gruppen in einer vielfältigen Gesellschaft damit zu bezeichnen. Oder birgt er vielleicht mehr Perspektiven, wenn man ihn als Konzept begreift?

WETV war in den Sommerferien in Irland und Italien unterwegs. Es zeigte sich, dass auch diese Länder – wie fast alle EU-­‐Länder derzeit – stark durch Zuwanderung beeinDlusst werden . In Interviews mit verschiedenen Menschen vor Ort haben wir über ihre Sicht auf die aktuelle gesellschaftliche Situation ihrer Länder gesprochen. So gewann der Begriff "Ethnic Diversity" für uns an
Bedeutung. 


Um zu hinterfragen wie ethnische Diversität, die durch Zuwanderung entsteht, die Gesellschaft verändert, haben wir den Bundestagsabgeordneten Herrn Ozcan Mutlu, Bündnis 90/Die Grünen; Chadi Bahout, Journalist, Vorstandsmitglied des Vereins "Neue Deutsche Medienmacher" sowie Chefredakteur des Onlinejournals "Polli – Magazin" und Timo Lochocki, Integrationsforscher und Doktorand der Humboldt-­‐Universität, eingeladen.


Wir diskutieren, welche Bedenken es in Deutschland gegen den Begriff "ethnische Vielfalt" gibt oder ob damit automatisch kulturelle Vielfalt gemeint ist. 


Für uns Jugendliche in Berlin ist ethnische Vielfalt Normalität. Aber dass nicht alle damit so glücklich sind wie wir, zeigt ein Beitrag mit Helen O'Burn, eine Journalistin aus Cork, die vermutet, dass es für Zuwanderer sehr schwierig sei, eine "sensitive connection", eine emotionale Verbindung zu dem Land aufzubauen. UOber unsere Gäste erfahren wir welche Rolle dieses Zugehörigkeitsgefühl bei der Arbeit von Politiker_innen, Wissenschatler_innen und Journalist_innen spielt. Sie erklären ebenfalls wie ihre persönliche Auseinandersetzung mit Identität in der kulturellen Vielfalt Deutschlands ihre Arbeit beeinflusst.


Kann man über "Ethnic Diversity" sprechen, ohne das Wohlstandsgefälle unserer Gesellschaft dabei kritisch in den Blick zu nehmen? Die Empfindung von Zugehörigkeit ist mit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit in der Gesellschaft verbunden. Am schlechtesten geht es wirtschaftlich und sozial gesehen immer und überall geflüchteten Menschen. Vieler Orts sorgen die Regierungen für ihr Überleben, aber stellen den Flüchtlingen gleichzeitig keine


Zukunft auf dem Arbeitsmarkt oder zur Teilhabe an der Gesellschaft in Aussicht dar. So führt die Diskussion über "Ethnic Diversity" wiederum zu der Frage, warum Europa immer wieder systematisch Menschenrechte verletzt, wie bspw. auf Lampedusa. Hierzu fragen wir, wann die europäischen Politiker_innen endlich Lösungen für alle Menschen bieten werden?


Wie können nun aber vielfältige Menschen ihre Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft formulieren? Hier sind wir auf einen für uns neuen Begriff gestoßen, den wir ungeheuer interessant finden und zum Abschluss mit unseren Gästen diskutieren: die "Neuen Deutschen"! Was ist neu an den Neuen Deutschen?


Warum ist so wichtig als neue Deutsche präsent zu sein? Wer kann sich davon angesprochen fühlen?
Moderation: Anna Melina und Bo Sa
You-Tube-Link: http://www.youtube.com/watch?v=ubmb76BFG6I 

Montag, 7. Oktober 2013

Ausstrahlung der ersten WeTV - Sendung 2013/14 „A Voz da India – die Stimme der Indianerin“


„A Voz da India – die Stimme der Indianerin“
Dokumentation in 3 x 30 min, 
ein Film von Ras Adauto, Katharina La Henges und WETV – Jugendliche für Toleranz

Im vergangen Jahr war 2012 WETV zur Dokumentation der Konferenz für Klima und Entwicklungen „Rio+20“ in Brasilien. Bei unserem Aufenthalt hatten wir auch Gelegenheit zu einem ergiebigen Interview mit der indigenen Autorin Eliane Potiguara, die sich seit über 30 Jahren für die Rechte der indigenen Männer, Frauen und Kinder Brasiliens engagiert und ein Netzwerk für indigene Schriftsteller/-innen betreibt. Richtungsweisend in Elianes Leben war auch, dass sie aufgrund der internationalen Auszeichnung ihrer ersten Veröffentlichung Einladungen im Rahmen internationaler Programme zur Bekämpfung von Rassismus erhielt, die ihr zahlreiche Auslandsaufenthalten ermöglichten.
Durch Elianes Erinnerungen an unterschiedliche Phasen ihres Lebens vermittelt unsere Dokumentation dem Zuschauer prägende Erfahrungen der indigenen Minderheit. Während Eliane über ihre Ängste, Wünsche und Träume spricht, wird der tiefe Schmerz deutlich, den sie aufgrund der Missachtung gegenüber den Rechten und des Potenzials der ursprünglichen Bevölkerung Brasiliens empfindet.
foto: Ras Adauto

In ihrer üppigen Erzählung reiht sich die Dokumentation von Protestaktionen im Rahmen der UN-Konferenz ein. Beinahe scheint es als hätte Eliane viele tragischen Situationen vorausgesehen, die angesprochen werden. Doch tatsächlich ist es so, dass die gleichberechtigte Entwicklung aller Völker Brasiliens heute kaum besser als vor 500 Jahren ist und der Widerstand deswegen notwendig ist. Unser Film zeigt Szenen eine Demonstration der indigenen Völker gegen die heiklen Finanzierungsstrategien der Bank für Entwicklung (BNDEs) während des Gegengipfels zur „Rio+20“ im Stadtzentrum von Rio. Wir begleiten eine Demonstration zum Flamengo-Strand, bei der die Forderung nach dem Schutz der Umwelt, des Lebens und den Respekt vor der kulturellen Vielfalt gefordert wurde. 
foto: Ras Adauto

Besonders dicht zeigen wir jedoch die Protestaktion der Initiative „Aldeia Maracana“ gegen die Gentrifizierung im Rahmen der Fifa Fussballweltmeisterschaft. Um sich für den Erhalt des ehemaligen Museums der indigenen Völker als indigeneswKulturzentrum in Rio einzusetzen, riefen sie im Juni 2012 zur „Umarmung des Fussballstadions Maracana“ auf. Denn das zerfallende Gebäude steht in direkter Nachbarschaft des Maracana-Stadions und war vom Abriss bedroht. Bilder der Reden von Aktivisten, dem gemeinsamen Gesang und einem Tanz um das legendäre Fussballstadion transportieren anschaulich, wie notwendig der Protest ist, wenn gesellschaftliche Systeme unmenschlich funktionieren, weil die Konzentration von Macht und Geld genutzt wird, um Reichtum zu mehren und dabei in Kauf genommen wird, dass die Rechte tausender Menschen mit Gewalt missachtet werden.
foto: Borislav Salatino

Im Juni/Juli 2013 kam es zwischenzeitlich zu einer günstigen Lösung für „Aldeia Maracana“. Das Kulturamt in Rio gab dem Druck der brasilienweiten sozialen Proteste nach, stellte das ehemalige Museum unter Denkmalschutz und übertrug den Aktivisten das Nutzungsrecht. Aber der Kampf geht nun wieder weiter, denn der Initiative wurde dieses Recht einstweilig wieder entzogen.
Die Dokumentation wird in 3 Teilen zu je 30 min. an folgenden Tagen ausgestrahlt:
Mo. 07.10., 18.11.13 І 16.30 Uhr und Sa. 12.10., 23.11 13 І 13:15 Uhr Teil 1         
Mo. 21.10., 02.12.13 І 16:30 Uhr und Sa. 26.10., 07.12.13 І 13:15 Uhr Teil 2
Mo. 04.11., 16.12.13 І 16:30 Uhr und Sa. 09.11., 21.12.13 І 13:15 Uhr Teil 3

Wo: ALEX Offener Kanal Berlin (Berliner Kabelnetz: SK 8 Kabel Deutschland) und
http://www.alex-berlin.de/TV, alex-berlin youtube sowie www.alex-berlin.de/mediathek

Mehr Informationen über Eliane Potiguara siehe: www.wetv.info/news und ppaberlin.com

Em portugues:

foto: Ras Adauto

“A VOZ DA ÌNDIA – die Stimme der Indianerin”
Dokumentação em 3 partes á 30 min., 
um filme de Ras Adauto, Katharina La Henges e WETV-Jovens para tolerancia“ 

Durante a Cúpula dos Povos, no Rio+20, em junho do ano passado, fizemos uma longa entrevista com a líder indígena, escritora e professora Eliane Potiguara.
Eliane tem um histórico de lutas no Brasil pelos Direitos Indígenas no país. Na entrevista Eliane faz um apanhado de sua história de vida, suas angústias, seus sonhos, desejos de igualdade e reconhecimento de seu povo no Brasil.
Enquanto isso, na Cúpula dos Povos e na antiga Aldeia Maracana, os parentes se movimentavam em suas reivindicacoes. E Eliane vai falando e os acontecimentos vao surgindo como se ela estivesse vendo, prevendo e apontando as trágicas situaceoes que hoje, junho de 2013, estamos vivendo no Brasil. Como se fosse uma Voz profética e marcada pelos tons de vozes de seus antepassados e ancestrais nesses mais de 500 anos de sobrevivencia em uma nacao que nao quer que os povos originais sigma seus destinos em paz e em harmonia como sempre almejavam e almejam.
foto: Ras Adauto

Com a palavra da Índia!

Assistem a documentação de longa metragem em 3 partes no canal:
www.alex-berlin/tv as seguintes datas:
2a. 07.10., 18.11.13 as 16.30 horas e Sa. 12.10., 23.11 13 as 13:15 horas Parte 1    
2a. 21.10., 02.12.13 as 16:30 horas e Sa. 26.10., 07.12.13 as 13:15 horas Parte 2

2a. 04.11., 16.12.13 as 16:30 horas e Sa. 09.11., 21.12.13 as 13:15 horas Parte 3

Mais informacoes Eliane Potiguara siehe: www.wetv.info/news e ppaberlin.com